Milenas Erben

Ein schwarz umrandeter Brief ist der Auslöser dieser grenzüberschreitenden Roadstory: Die junge Musikerin Alice ist verwundert, als sie vom Tod einer Verwandten in Tschechien erfährt. Wer ist Tante Milena, von der sie bisher nichts wusste? Die Nachricht versetzt die Angehörigen in Deutschland in Aufregung – im Osten wie im Westen. Sie machen sich auf den Weg, der Tante die letzte Ehre zu erweisen, vor allem aber, um bei der Testamentseröffnung dabei zu sein. Alle reisen mit großen Hoffnungen nach Karlovy Vary, dem einstigen Karlsbad. Sie wissen, dass der verstorbenen Tante in dem schillernden Kurort einmal ein Hotel gehört hat. Wer wird es nun erben? Beim Aufeinandertreffen der Familienmitglieder gärt es. Familienstreitigkeiten, unterschiedliche Weltanschauungen, Träume, Eitelkeiten und Verletzungen brechen auf …

Wolfgang Sréter fängt die Stimmung Anfang der 1990er Jahre ein, in der die „Rückführung von Eigentum“ nach der Auflösung des Ostblocks auch viele deutsche Glücksritter nach Tschechien lockte. Seine sechs Hauptfiguren porträtiert er in genauen Studien und flicht ihre individuellen Geschichten zu einer spannenden Handlung. 

Der Autor gilt als einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Gegenwartsautoren. Es ist sicher kein Zufall, wenn seine Texte einmal späteren Generationen für das Leben und Fühlen der Menschen um die Wende zum Dritten Jahrtausend als Grundlage dienen. (Bayerischer Rundfunk)

edition lichtung, Viechtach
ISBN 978-3-941306-74-5

Süddeutsche Zeitung: „… Wolfgang Sréter gelingt es auf eine beiläufige und doch sehr präzise Weise, die Hoffnungen, Ängste und Sehnsüchte der Menschen zu zeichnen. Ein exakter Beobachter, groß darin, diffuses Unbehagen einzufangen. 

Münchner Feuilleton: „… der alte Glanz Karlsbads spukt durch die Köpfe (der Romanfiguren) und bestimmt den Blick.“ 

KunstLiteraTour:  „… er vermittelt für die Leser gut nachvollziehbar die verschiedenen Weltanschauungen und Lebenseinstellungen der Generation, die heute in West-, Ostdeutschland und Tschechien anzutreffen ist.“

 Passauer Neue Presse: „… ein dicht geschriebener Roman, der von Poesie getragen wird.“