Milenas Erben

Alice Freyenfeld musste lachen. Sie hatte den Schlüssel in der Hand, um ihre Wohnung abzusperren. Jemand hatte auf dem Türschild ihren Nachnamen mit "im Wunderland" überklebt. Dahinter steckte eine Rose. Sie ließ den Zettel hängen, küsste die Rose und zog sie durch ein Knopfloch.

„Nichts ist ernst!”, schrie die Hausmeisterin einen Stock tiefer ihrem Mann hinterher, der mit einer Reisetasche die Treppe hinunterstolperte. Dann begann sie in ein gebrauchtes Papiertaschentuch zu weinen. Als Alice an ihr vorbeiging und grüßte, wandte sie sich ab. Alice schloss den Briefkasten auf, entnahm die Post, ging durch den Hof, warf eine Sendung, die ihr Millionen versprach, in die Mülltonne und öffnete einen Brief ohne Absender. Frau Milena Bláhová war im Alter von dreiundneunzig Jahren in Karlovy Vary gestorben. Alice las Worte wie Ableben, lebendige Hoffnung, getrostes Herz, Verbundenheit und Fürbittend gedenken auf der Trauerkarte, darunter einen tschechischen Text, den sie nicht verstand. Sie kannte keine Bláhová. Auf der Rückseite der Trauerkarte stand: Beerdigung Sonntag 14.00 Uhr. Auch Du solltest der Tante die letzte Ehre geben. 

 Es war die Handschrift ihrer Mutter.

 Alice steckte den Umschlag in die Innentasche ihrer Lederjacke. Es gab also in der Familie Freyenfeld eine Verwandte, über die noch nie jemand ein Wort verloren hatte, weder bei Familienfeiern noch bei Verwandtenbesuchen, die aber im Augenblick ihres Ablebens so wichtig wurde, dass selbst sie an der Beisetzung teilnehmen sollte. Der Name Karlovy Vary war ihr fremd. War es eine Stadt oder zumindest ein Ort, der zusätzlich zu einer Beerdigung etwas Besonderes bereit hielt? Jetzt war Donnerstag. Konnte man bis Sonntag überhaupt dort sein? Sollte sie einen Zug nehmen, mit dem Auto fahren oder würde sie jemand abholen? Am liebsten wäre Alice in die Wohnung zurückgegangen um zu telefonieren. Soviel sie aber wusste, waren die Eltern im Moment unterwegs. Seit Alice zu Hause ausgezogen war, arbeitete ihre Mutter mit im Büro.

 Um diese Zeit war das Café, in dem sie gerne frühstückte, von Handlungsreisenden bevölkert, die sich gegenseitig mit großen Worten ihre Kollektionen anpriesen, ihre Umsätze aber voreinander verschwiegen. Die Bedienung begrüßte Alice mit dem Satz: „Guten Morgen, du Schöne!”, und der Mann der Hausmeisterin prostete ihr mit seinem Bier zu. Es war bereits drei Uhr nachmittags. Da sie pünktlich im Studio sein wollte, blieben nur noch ein paar Minuten für eine Tasse Tee. Stattdessen bekam sie eine Schale Milchkaffee mit einem Hörnchen. Überall auf der Welt gab es Mütter, die es auf einen abgesehen hatten. Obwohl man auf sie herabsah, ließ man zu, dass sie neben einem stehen blieben, bis alles aufgegessen war. Dafür durfte man anschreiben lassen, wenn man knapp bei Kasse war.

 Der Mann der Hausmeisterin saß an einem Tisch neben dem Eingang. Er starrte in sein Glas, als würde daraus die Zukunft aufsteigen, und sagte zu sich selbst: „Verdammt noch mal, da kannst du nichts machen.“ Wahrscheinlich, überlegte Alice, wankt er nach dem siebten Bier nach Hause und die Hausmeisterin öffnet ihm wie immer die Tür. Wie immer erträgt sie seine weinerlichen Entschuldigungen, die wässrigen Augen und die anschließende Umarmung. Vielleicht aber, dachte Alice weiter und klopfte dem Mann im Vorbeigehen auf die Schulter, läuft er auf dem Heimweg in ein Auto. Dann hat die Hausmeisterin für ein paar Wochen ihre Ruhe.

 Auf der Straße zog sie den Schal fest um den Jackenkragen, vergrub die Hände in den Seitentaschen und summte vor sich hin: ... when clouds go rolling by, they roll away and leave the sky ... Sie hatte Konzertkarten für Samstag, die Beerdigung kam ihr in die Quere. Dennoch ließ sie auf dem Weg zur Bushaltestelle der Gedanke nicht los, dass es jenseits irgendeiner Grenze Verwandte gab, wahrscheinlich von Seiten des Urgroßvaters, der als Fotograf weit herumgekommen war. Kannte die Mutter Milena Bláhová? Hatte sie die Tante einmal besucht, Briefkontakt mit ihr gehabt oder wenigstens Geburtstagsgrüße ausgetauscht?  

 Als sie im Bus saß, riss der Föhn die Wolkendecke auf.

 Zehn Minuten später betrat sie das Studio, eine halbe Stunde später bereute sie es, den Auftrag angenommen zu haben. Sie hasste die Arbeit in den Studiolöchern. Der Kopfhörer schoss einem die eigene Musik ins Gehirn, Vollstoff. Fünfzehn-, zwanzigmal dasselbe, immer mit Blick auf die Uhr. Heute Kaugummi-, morgen Bacardi- übermorgen oder nächste Woche Klopapier- oder Gulaschmusik. Manchmal bekamen sie die fertigen Filme zugeschickt, mit einem Kreuz auf dem Vordruck, zur Kenntnisnahme oder gefälligen Beachtung. Einmal hatte jemand diagonal über eine Karte geschrieben: Zieht euch den Scheiß rein und denkt daran, die Welt ist eine Scheibe! Alice war überzeugt, für Werbefritzen bestand die Welt nicht einmal aus einer Scheibe. Sie verwechselten die Welt mit ihren eigenen Sprüchen und geborgten Kulissen. Alice gab dem ewig rauchenden und telefonierenden Rick hinter der Glasscheibe am Mischpult noch eine Chance. Sie hämmerte mit der linken Hand die Quinten im vorgegebenen Rhythmus. Mit der Rechten schlich sie eine pentatonische Girlande entlang und drückte mit dem Pitch-Wheel den Ton sirenenartig solange nach oben, bis die Membranen der Lautsprecher klirrten. Rick zog die Regler zurück, ohne das Telefongespräch zu beenden und die Zigarette aus dem Mund zu nehmen. Von beiden Seiten kam seine Stimme durch den Kopfhörer: „Okay! Noch einmal von vorne und mehr als Teppich, verstehst du?”

 Sie stand auf und ging zur Tür. Im Vorraum nahm sie die Lederjacke vom Haken und war kurze Zeit später auf der Brücke, die von den silbernen Hochgeschwindigkeitszügen zum Vibrieren gebracht wurde. Hier musste man Musik machen! Anspielen gegen das Rattern der Güterwagen, das Hupen der Autos, das wechselnde Licht der Ampeln und Signale, die Hubschrauber, Krankenwagen und auffrisierten Maschinen aus den Vorstädten. Auf der Brücke spielen, bis die Großstadt in einen hineingekrochen war, sich ausbreitete ohne Anfang und Ende, dünn und brüchig in den späten Nachtstunden, satt und krass in der Zeit zwischen sechs und acht. Sich von einem Kran hochfahren zu lassen, bis einem schummrig wurde und über den eigenen Tönen schwebte. Rick sollte sich selbst die Musik einspielen oder jemand anderen dafür suchen. Es gab in dieser Stadt genug arbeitslose Pianisten. Alice stieg die Treppen zu den Gleisen hinunter. Töne für Werbejingles waren wie schmierige Fingerabdrücke auf einer frisch polierten Posaune – aber sie brachten Geld, das sie dringend brauchte. Sie setzte sich auf eine Bank im Wartehäuschen. Hier würde sie so lange bleiben, bis der Kopf wieder frei war. Angestrengte Gesichter in überfüllten Zügen zogen an ihr vorüber.

 Ihr Vater hatte ihr einmal bei der Arbeit nicht zugehört, sondern zugesehen. Auch in Gedanken benutzte sie dieses Wort, denn er motzte wegen ihrer Nappalederhose und dem engen Trikot. Man setzte ihn auf einen Platz, von dem aus sie ihn beobachten konnte. Sie war aufgeregt und stolz zugleich gewesen, doch er konnte den Lärm nicht ertragen, die vielen Menschen und das ständig wechselnde Licht. Die Enttäuschung darüber nagte noch immer an ihr. Er hielt nichts von ihrer Musik, damit musste sie sich abfinden.

 Als eine S-Bahn Richtung Innenstadt einfuhr, stieg Alice zu. Kurz darauf verließ sie den Zug und wurde von der Rolltreppe in die unterirdischen Einkaufsparadiese getragen. Sie ging anscheinend ziellos, aber aufmerksam die einzelnen Passagen ab. Sie war auf der Suche nach etwas, das sie little helpers nannte. Obwohl die Geschäfte noch lange geöffnet waren, begannen die Berber mit ihren Hunden bereits die warmen Eingänge zu besetzen, zusammengeschlossen zu wehrhaften Schlafverbänden. Kerzen brannten neben Bierflaschen und Rotweinbomben. Über dem Sumpf erblühten, von Lichtspielen erhellt, Damenunterwäsche, Befriedigungsartikel, Pizzas, Bananen und farbige Reiseziele. Diese Welt hatte Onkel Joshua  aus Dresden bei seiner ersten Münchenreise am meisten verstört. Mit hundert Mark Begrüßungsgeld war er auf die unsinnigsten Dinge hereingefallen und saß ihr danach mit vollgestopften Plastiktüten in einem Café gegenüber. Joshua  hatte für den ganz normalen Wahnsinn kein Raster und lief ratlos in seinen Kunstlederschuhen darin herum.

 Damals hatte Onkel Joshua  in ihrer Wohnung vom Küchentisch ein Buch genommen und es innerhalb von Stunden im Stehen ausgelesen. Er war völlig abwesend an die Wand gelehnt dagestanden, als hätte er sich auf eine Reise in ein ihm unbekanntes Land begeben. Es war die Geschichte einer jungen deutschen Pianistin, die im New York der 50er Jahre alle Größen des Bebops kennen gelernt hatte. Monate später bekam Alice von ihm ein Päckchen mit zwei Kassetten. ‚Baby Sommer Band‘ hatte er in Druckbuchstaben auf die Hüllen geschrieben und darunter, „die einzige Jazz-Band bei uns, die es mit dem Westen aufnehmen konnte“. Mit dem Westen! Von einem Jazzfan aus gesehen wahrscheinlich sogar mit dem goldenen Westen! Als wenn ausgerechnet diese Musik eine besondere Form des Wettkampfes der Systeme hätte sein können. Alice überlegte, ob mit dem Verschwinden der DDR diese Szene auch untergegangen war oder durch die Grenzöffnung einen Aufschwung genommen hatte. ‚Baby‘ Sommer sagte ihr nichts, aber das musste nichts heißen. Schon bei den ersten Takten hörte sie die klassische Ausbildung der Musiker durch die Phrasierungen hindurch, durchaus gute Musik, aber im Rucksack schleppte ‚Baby‘ Sommer die europäische Musikgeschichte mit sich herum.  

 Alice bestellte an einem Kiosk Wodka. Während sie in dem Plastikbecher drei Aspirintabletten auflöste, beobachtete sie in den spiegelnden Schaufenstern einen blutleeren Youngster, der einer Gruppe von Zivilfahndern in die Falle ging. Er war, genau wie sie, auf der Suche nach einem kleinen Glück gewesen, war aber stattdessen dem Unglück geradewegs in die Arme gelaufen. Das, was sie suchte, war hier im Moment nicht zu haben. Es war nicht ihr Tag heute, aber die bittere Mischung, die sie nun mit einem Ruck hinunterkippte und deren Rest sie mit der Zunge noch zu erreichen versuchte, würde den Abend retten. Sie würde Rick, das Studio, Onkel Joshua  aus Dresden, den Mann der Hausmeisterin, die tote Bláhová mit ihrer Beerdigung und diese Dreckspassage zu einem munteren Tanz zusammenführen.

 Wenn sie Glück hatte.

 Sie las den Brief noch einmal, dann warf sie eine Münze. Ein Klirren begleitete das Hüpfen auf dem gefliesten Boden. Die Bullen blickten in ihre Richtung. Alice lächelte sie an, während sie sich bückte. Die Zahl mit dem Adler bedeutete Glück, das verkniffen feiste Gesicht auf der Rückseite Pech. In letzter Zeit traf sie viele Entscheidungen mit Hilfe einer Münze, manchmal auch die Entscheidung, ob sie nach Hause gehen oder sich treiben lassen sollte, von einem Stadtviertel, von einem Lokal ins andere. Das verkniffene Gesicht starrte sie aus ihrer Handfläche heraus an und schien wie in einem Kinderspiel zu sagen: ‚Zurück auf Anfang‘. Als sie zuhause im Gang die Jacke auszog, läutete das Telefon. Sie sagte: „Ist klar!“, mehr war nicht nötig. Dann fragte sie nach der Uhrzeit, und der Trompeter antwortete: „Es reicht, wenn du um acht da bist.” Damit war das Gespräch beendet. Dieses Gespräch, auf das sie seit Wochen wartete. Man hatte sie nicht vergessen.

 ... he will always remember me ..., sang sie und tanzte ins Badezimmer.

 Heute Abend hieß es: Am Piano und an den Keyboards, Alice Freyenfeld! Nun lief die Uhr, und mit jeder Viertelstunde würde die Erregung steigen, bis sie ein fast unerträgliches Maß angenommen hatte, kurz vor dem Auftritt, vor dem ersten Ton, dem Funkenregen, der ihre Hände mit den Tasten verschmolz, der an guten Abenden zum Feuerwerk werden konnte. Zwei Stunden später ging sie auf die Treppe zu, die in den Keller führte, in das Theatercafé mit seinem Guckloch von unten hinauf auf den Bürgersteig. „Sie sind beim Essen!”, rief der Wirt, der hinter der Theke die Gläser polierte und gegen das Licht hielt. Alice setzte sich ans Klavier. Verstärker und Mikrofone waren aufgebaut. Sie erschrak über die Lautstärke der Keyboards, stellte den Ton so ein, dass sie zwischen Keyboard und Klavier beliebig wechseln konnte, und machte sich auf den Weg in das Innere ihrer Musik. Sie begann mit der Toccata in c-Moll von Bach, ließ die Töne aufsteigen, einen nach dem anderen, verstärkte die Übergänge von Moll nach Dur, indem sie mit der linken Hand Septimen einstreute, wechselte an die Keyboards, saugte die Töne in sich auf, die nun nicht mehr verklangen wie am Klavier, sondern ihre Lautstärke hielten, solange die Fingerkuppen auf den Tasten blieben. Es entstanden Dissonanzen, wenn man Quint für Quint nach unten wanderte, und als sie die Betonung langsam vom ersten auf den zweiten und vom dritten auf den vierten Schlag verlagerte, schlich sie hinüber vom Zeitalter der klassisch strengen Musik in die Ära des Swing, der sie nun dazu verführte, auch die Harmoniefolge aufzulösen.

 Alice hörte die Musiker nicht kommen, sah sie nicht auf der Treppe stehen und zuhören, bemerkte nicht, wie einer nach dem anderen sein Instrument zur Hand nahm, und kam erst zu sich, als der Trompeter, der sich mit seinem blitzenden Instrument zum Mikrofon stellte wie ein Torero, sie mit einem neuen Motiv lockte, das die Fäden ihres Gefühls einfing. Sie lächelte verlegen, fast entschuldigend, dass ihr Spiel sie so weit fort getragen hatte, und nun, da selbst Bass und Gitarre eingefallen waren, ordnete sie sich dem Rhythmus unter, bis der Mann am Horn ihr ein Zeichen für ein neues Solo gab. Sie genoss es, wenn die Bläser sie mit Dissonanzen herausforderten und der Schlagzeuger sie mit einer Geschwindigkeit antrieb, dass einem schwindlig werden konnte. Sie mochte diese frei improvisierte Musik, an der nur teilhaben konnte, wer nicht nur den Sprung von einer Tonart in die andere ohne Straucheln schaffte, sondern auch den schnellen Wechsel von einem 5/4 in einen 7/8 Takt, bei der die Bewegungen der Körper sich mehr und mehr anglichen, dieselben Schreie ausgestoßen wurden, Unbestimmtes zunächst ineinander stürzte und irgendwann in einen einzigen großen Strom mündete, der alle mit Gewalt fortriss. Und sie kehrte von ihren Soloausflügen jedes Mal mit einer Gänsehaut zu den anderen zurück, als wäre sie gerade von einer Klippe gesprungen und hätte erschreckt festgestellt, dass sie tatsächlich fliegen kann.

 Am Ende des Konzertes applaudierten nicht nur die Zuhörer, sondern auch die Musiker. Sie stand schmal hinter dem Klavier, wurde vom Trompeter nach vorne geholt und unter dem Klatschen der Gäste mit Küssen ausgezeichnet. Sie dachte an nichts, denn ihr Kopf war völlig leergespielt, und in ihrem Körper spürte sie eine angenehme Erschöpfung. Sie könnte natürlich ihr Leben als Klavierlehrerin fristen, oder sich in einen Konservatoriumssaal zwängen lassen, anschließend aber würde sie losziehen, um Orte zu finden wie dieses Theatercafé und Menschen wie diese Musiker, mit denen sich eine Welt eröffnete, die solche Abende möglich machte. Selbst eine Reise an einen unbekannten Ort wie Karlovy Vary, der die Neugier entfachte, würde daran nichts ändern.

 Und dann intonierte der Trompeter völlig überraschend für alle I got a kick out of you. Die wenigsten Gäste mochten diesen Standard kennen und noch weniger waren in der Lage, zu begreifen, warum noch einmal für eine Zeit, die Alice wunderbar endlos vorkam, die Musik Schwung nahm. Sie aber wusste, dass es ein Kompliment des Musikers an sie war, für ihre Einfälle, ihre Technik, ihre Musikalität, vor allem aber für die Passagen, in denen sie ihn begleitet hatte und ein Zwiegespräch entstanden war, das ihn weit über den Abend hinaus beflügelte. Der Trompeter hätte dieser Melodie durchaus noch gerne eine andere Bedeutung, den weiteren Verlauf der Nacht betreffend, gegeben. Alice merkte dies in ihrer Begeisterung nicht, wunderte sich aber über die vielen Umarmungen und mehrmaligen Verabschiedungen. 

 Zu Hause angekommen hörte sie den Anrufbeantworter ab. Eine Reihe von Telefonaten hatte sich aufgestaut, die meisten für ‚Alice im Wunderland‘. Eine männliche Stimme, über die sie lächeln musste, bat in immer neuen Varianten um Rückruf. Sie las gedankenverloren einen Zettel, der neben dem Telefon an der Wand klebte: ‚Männer sind wie eine Ergänzung des eigenen Körpers. Man nimmt sie, wie sie einen nehmen‘. Sie schaltete auf die nächste Meldung: Rick flüsterte Entschuldigungen und Versprechungen ins Telefon, die er nie einhalten würde. Zwischen den Worten hörte sie, wie er an seiner Zigarette sog. Ihre Mutter teilte ihr mit, sie sei unterwegs nach Würzburg, um den Vater zu treffen, und bat darum, den Onkel vom Flughafen abzuholen. Das Flugzeug aus Teneriffa … dann hatte sich das Gerät abgeschaltet.