Kreativquartier

„Wer an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stiller Bürger, sondern ein schlechter Bürger.“ Perikles Bereits im Jahr 1989 habe ich am letzten Tag vor dem Abriss der Dachauer Hallen (heutiger Standort Goethe-Institut) mit meiner Kamera die Kunst dokumentiert, die dort über Jahre hinweg entstanden war und international hohes Ansehen genoss. Seit der Zeit bin ich fasziniert von der Ausstrahlung und Kraft einer Kultur, die abseits der großen Events blüht und trotzdem viele Menschen erreicht. Ab 2014 war ich im Kreativlabor unterwegs, um Artist*innen, Tänzer*innen, Musiker*innen und bildende Künstler*innen bei ihrer Arbeit, ihren Proben, beim Training und den öffentlichen Auftritten für eine Fotodokumentation aufzunehmen. Dafür bin ich vom Kulturreferat der Stadt München in den Jahren 2016 und 2017 gefördert worden.


Nach Plänen der Stadt soll auf dem 20 Hektar großen Gelände zwischen Dachauer-, Loth-,  Schwere-Reiter-, Heß- und Infanteriestraße ein urbanes Stadtquartier entstehen, in dem Wohnen und Arbeiten eng mit Kunst, Kultur und Wissen verknüpft wird. Zur Zeit gibt es eine ganze Reihe von Gruppen und Initiativen, die einen Teil davon, das Kreativlabor, nicht nur mit Genehmigung, sondern auch mit Unterstützung des Kulturreferats nutzen können und durch unterschiedliche Aktivitäten zu einem attraktiven innerstädtischen Veranstaltungsort gemacht haben. Wenn irgendwo in München die internationale freie Szene nicht „vorbeirauscht“ (SZ vom 22./23. Juli), dann auf diesem Gelände.

Da die Verträge der meisten Nutzer des Kreativlabors Ende 2019 auslaufen, ist damit zu rechnen, dass es dort in diesen „komplett unterschiedlichen Welten“ (Kulturreferent Küppers) erhebliche Veränderungen geben wird.

In meiner Fotoausstellung im Gasteig Dezember 2019/Januar 2020 ist es mir ein besonderes Anliegen der Münchner Stadtgesellschaft die außerordentliche Vielfalt und Qualität der Gruppen zu zeigen, die auf dem Gelände mit großem Engagement nicht nur ihre eigenen Ziele verfolgen, sondern für eine interessierte Öffentlichkeit außergewöhnliche Artistik-, Tanz-, Theater-, Musik-, und Performanceprogramme veranstaltet haben und noch veranstalten. Mitglieder dieser Gruppen brachten außerdem ihre Fähigkeiten bei einem „Social Circus“ für unbegleitete junge Flüchtlinge von 2015 bis 2016 ein. Dort leiteten sie Kinder und Jugendliche in spielerischer Form in verschiedenen Darbietungsarten an. 

Mein Ziel ist, die Münchner Bürger*innen an den Veranstaltungen und Entwicklungen des Kreativlabors teilnehmen zu lassen. Kultureller Wildwuchs in einer Stadt wie München ist ein notwendiger Nährboden für Hochkultur. 

Die Ausstellung wird im Foyer vor dem Kleinen Konzertsaal stattfinden. Dort habe ich schon 2016 ausgestellt. Während der Adventszeit mit einer großen Zahl von Veranstaltungen wird dieser Ort von vielen Besucher*innen belebt. Die Erfahrungen während der letzten Ausstellung zeigen, dass Besucher*innen einerseits eigens für die Ausstellung kommen und andererseits in den Pausen der Veranstaltungen die Ausstellung besichtigen. 

Ich bin gerne bereit mit einer Mappe oder mit einer Powerpoint-Präsentation das gesamte Projekt vorzustellen.

Umfang der Ausstellung: 60 – 70 Farbfotos im Format 40x60, gerahmt 

 © Wolfgang Sréter

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