Teatro Nacional de Cuba
Im Teatro National de Cuba traf ich auf eine Gruppe junger Menschen, die sich drei Mal in der Woche in einem der Übungsräume zum Tanzen treffen.
Sie trainieren zusammen mit einem Tanzmeister Tänze der westafrikanischen Yorùbá, die schon ab dem frühen 16. Jahrhundert als Sklaven auf die Insel verschleppt wurden und im Zucker- Tabak-, und Kaffeeanbau arbeiten mussten. Sie brachten ihre afrikanische Kultur und Religion mit, die sich zum Teil mit dem katholischen Glauben der Spanier vermischte. Einige der jungen Leute haben den Wunsch, professionelle TänzerIinnen zu werden und in eine der berühmten Tanzgruppen wie Raices Profundas aufgenommen zu werden und damit auch im Ausland tanzen zu können. „Du brauchst zwei Dinge“, meint der Tanzlehrer Ricardo, „du musst begabt sein, und du musst das Tanzen unbedingt mit Leidenschaft betreiben wollen, auch wenn dir vielleicht die ganz große Begabung fehlt.“ Deshalb wird auf strenge Disziplin geachtet. Niemand darf während des Unterrichts essen, selbst wenn es nach der Arbeit oder Universität noch keine Gelegenheit dazu gab. Was der Lehrer sagt, ist ohne Widerspruch zu befolgen. Dafür bekommen die jungen Leute für eine geringe Gebühr eine ausgezeichnete Ausbildung bei einem Choreografen wie Ricardo, der auch mit über 50 noch für den Tanz lebt.

















