Der falsche Fräser
„Die Entstehungsgeschichte der Erzählung „Der falsche Fräser“ ist ein wenig verwickelt. Am Anfang stand eine kleine Meldung in der Passauer Neuen Presse im Jahr 1995. Sie erinnerte daran, dass genau vor 40 Jahren am 23. Februar 1955 zwei amerikanische Soldaten einen 17-jährigen Kochlehrling erwischt hatten, der unter dem Decknamen „Fräser“ 53 Einbrüche begangen und die Stadt Passau wochenlang in Angst und Schrecken versetzt hatte. Da könnte eine Geschichte dahinterstecken, fand der damals zuständige Redakteur für Literatursendungen beim BR und sandte den Zeitungausschnitt an den Münchner Autor und Fotografen Wolfgang Sréter mit der Bitte, daraus eine einstündige Sendung zu machen. Die wiederum gefiel dem Viechtacher Lichtung-Verlag so gut, dass er den Autor bat, darüber eine Erzählung zu schreiben.“
Presse
Viele der Schauplätze, die Sréter beschreibt, existierten wirklich. Auch das Café Nizza, das eigentlich Café Riviera hieß und ein „Unort“ für die Passauer war. Dort trafen sich vor allem amerikanische Soldaten und die besaßen, im Gegensatz zur Passauer Jugend, viel Geld; ein Dollar war damals noch 4,20 Mark wert. (Sabine Reithmaier, Süddeutsche Zeitung)
Was gefangen nimmt, ist das gelungene Zeitportrait jener Aufbruchsjahre nach dem Krieg in der niederbayerischen Provinz. Geradezu als Vorlage für ein Drehbuch lesen sich die Szenen aus dem Jazzclub, dem Kolonialwarenladen Hasenöhrl, den Kleine-Leute-Wohnküchen. Wo also sind die Filmer, die sich auf diesen Stoff stürzen? (Bayerische Staatszeitung)
Den Krimi um den falschen Fräser fädelt Wolfgang Sréter lässig durch seine Geschichte, in deren Zentrum nicht der eigentliche Dieb steht, sondern vielmehr eine kleine Gesellschaft von gestrandeten und vom Schicksal gebeutelten Menschen, wie sie nur der Krieg hinterlassen kann. (Augsburger Allgemeine)
Der Stoff, den Wolfgang Sréter aufleben lässt, ist von nicht zu übersehender Aktualität und sozialer Brisanz! (Literatur in Bayern)
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